Empathie vs. Durchsetzungsvermögen: Was ist typisch männlich, was ist typisch weiblich? Diesen und anderen Fragen geht die aktuelle Allensbach-Studie „Typisch Frau, typisch Mann“ im Auftrag von JACOBS Krönung auf den Grund und untersucht Kommunikationsstile zwischen Klischee und Wirklichkeit. Der Berichtsband ist der dritte Teil der 2009 erstmals veröffentlichten Studienreihe „Gesprächskultur in Deutschland“.
Hier einige Stereotypen, die sich aus der Studie ableiten lassen:
- Persönliche und emotionale Themen sind Frauendomäne, sagen 89 Prozent der Befragten.
- Frauen reden deshalb auch gern über Beziehungsfragen (82 Prozent).
- Männer setzen eher die eigene Meinung durch, glauben 45 Prozent der Deutschen.
- Auch schätzen die Befragten Männer eher so ein, dass sie mal einen Streit riskieren (43 Prozent).
Was sagt der Realitätscheck?
- Es stimmt: Jede zweite Frau redet gern über Gefühle, bei den Männern ist es nur jeder sechste.
- Beziehungsfragen sind allerdings nur bei einem Drittel der Frauen beliebt, jede Zweite redet nicht so gern darüber.
- Dass Männer sich besser durchsetzen, wird eher ambivalent gesehen. Fragt man konkreter nach, wer sich im Allgemeinen in Diskussionsrunden besser behauptet, fällt das Urteil viel weniger eindeutig aus.
- Die Konfliktbereitschaft von Männern und Frauen ist lediglich begrenzt unterschiedlich.
Zwischen Fremd- und Selbstbild von Männern und Frauen lassen sich weitere Unterschiede feststellen: Männer sehen sich beispielsweise zurückhaltender und weniger dominant als sie von Frauen eingestuft werden. Hingegen attestieren sie den Frauen, gern im Mittelpunkt stehen zu wollen und häufig auch einmal ungefragte Ratschläge zu erteilen – eine Einschätzung, die nur von einer Minderheit der weiblichen Befragten geteilt wird.
Eines zeigt die JACOBS Krönung Studie damit sehr deutlich: Von den gängigen Klischees werden wir uns so schnell nicht verabschieden können. Diese sind fest in den Köpfen verankert, auch wenn sie in einem möglichen Widerspruch zu eigenen Erfahrungen stehen.


